Leitfäden zu Studientechniken
Logo der Einrichtung
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Fakultät für Erziehungswissenschaft > Service Center Selbststudium > SCS-Angebot für Studierende > Leitfäden zu Studientechniken
  

Leitfaden zum Schreiben einer Hausarbeit

Zu den Herausforderungen Ihres Studiums gehört auch das Einüben wissenschaftlicher Arbeitsformate wie das Verfassen einer Hausarbeit. Das Gelingen einer solchen Arbeiten impliziert einiges an Vorwissen über z.B. Aufbau, inhaltliche Gestaltung und Formalia. Dieser Leitfaden soll als Orientierungsgrundlage fungieren, um Sie über die innere und äußere Gestalt von Hausarbeiten zu informieren.

Dazu geht der Leitfaden auf folgende Fragen ein:

  1. Was versteht man unter einer Hausarbeit?
  2. Was sind die notwendigen Vorarbeiten zum Schreiben einer Hausarbeit?
  3. Wie schreibe ich eine Hausarbeit und welche Formalia sind zu beachten?
  4. Wo finde ich weitere Informationen?

Außerdem finden Sie auf der letzten Seite des PDF-Dokuments eine „Checkliste zum Schreiben einer Hausarbeit“, die Sie verwenden können, um Ihr Vorgehen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

 

1.      Was versteht man unter einer Hausarbeit?

Eine Hausarbeit ist eine „selbstständige schriftliche Bearbeitung einer Aufgabenstellung“ (Höge 2006, S. 21). Inhaltlich gesehen sollte die Hausarbeit in einem Zusammenhang mit dem Seminarthema stehen und den Forschungsstand, d.h. die in der Literatur vorzufindenden Theorien, Konzepte und Meinungen enthalten (vgl. ebd.).

Was den Prozess zur Anfertigung einer Hausarbeit angeht, durchlaufen Sie grob gesagt folgenden Dreischritt beim Schreiben einer Hausarbeit: 1.) Vertraut machen mit dem wissenschaftlichen Thema, 2.) Erkenntnisse und Befunde strukturieren und 3.) diese sprachlich-formal angemessen darstellen (vgl. Kruse 2007, S. 86).

 

2.    Was sind die notwendigen Vorarbeiten zum Schreiben einer Hausarbeit?

Eine Hausarbeit kann natürlich nicht aus dem Stegreif geschrieben werden. Es gibt Vorarbeiten, die für das Verfassen des endgültigen Textes notwendig und hilfreich sind. So sollten Sie sich zuvorderst klar machen, was Ihre konkrete Ausgangsfrage ist. Versuchen Sie sich hierfür einen Überblick über das Kursthema und die entsprechende Literatur in der Bibliothek zu verschaffen.

Unter Umständen haben Sie ja bereits einige Aspekte, die Sie ganz besonders interessant finden oder stoßen bei Ihrer Recherche auf solche, bei denen Sie sich gut vorstellen können, diese im Rahmen einer Hausarbeit auszuarbeiten (vgl. Kruse 2007, S. 87 ff.). Versuchen Sie Ihr Vorhaben zur Verdeutlichung in einer W-Frage zu formulieren (Was? Wie? Warum?) (vgl. Karmasin / Ribing 2009, S. 21).

Tipp: Weitere Hinweise zu diesem Thema finden Sie in den Leitfäden zu Themenfindung und Literaturrecherche.

Wenn Sie beginnen die wissenschaftliche Literatur zu erschließen, werden Sie unter Umständen auf Begrifflichkeiten stoßen, die Ihnen fremd sind. Hier empfiehlt es sich mit Hilfen wie z.B. Fachwörterbüchern zu arbeiten, um das Textverständnis zu verbessern und sich die zentralen Inhalte aneignen zu können (vgl. Kruse 2007, S. 90 ff. und Fromm / Paschelke 2006, S. 25 ff.). Da wissenschaftliche Texte oftmals nicht bei der ersten Lektüre verständlich sind, existieren zu vielen Konzepten und Ansätzen auch „lese-freundlichere“ Verständnishilfen bzw. Sekundärliteratur, die Sie in der Bibliothek vorfinden.

Finden Sie bei Ihrer Lektürearbeit etwas, was inhaltlich auf Ihre Themenabgrenzung passt, sollten Sie sich diesbezüglich Notizen machen und exzerpieren. „Exzerpieren“ heißt, dass Sie das für Sie Wichtigste aus einem Text herausgreifen und schriftlich festhalten. Ihre angefertigten Exzerpte sollten Sie dann in einem nächsten Schritt auswerten und nach den verschiedenen Dimensionen Ihres Themas ordnen (vgl. Kruse 2007, S.93 ff.).

Ein hierfür gut geeignetes Verfahren ist das bekannte Mind-Mapping, also ein „grafisches Ordnungs- und Strukturierungsverfahren, das es erlaubt, viele Infos zu gruppieren und miteinander in Beziehung zu setzen“ (ebd., S. 97). Mittels Mind-Mapping können Sie eine Struktur für Ihre Hausarbeit, also einen Rahmen entwickeln, in dem Sie Ihre Ergebnisse und Recherchebefunde darstellen können.

Darüber hinaus kann die Anfertigung eines Exposés hilfreich sein, um das eigene Vorgehen strukturiert darzulegen – für sich und auch für den Dozenten.

Tipp: Weitere Tipps und Hinweise finden Sie in den Leitfäden zu den Themen Exzerpt und Exposé sowie in unserer E-Tool-Sammlung.

 

3.    Wie schreibe ich eine Hausarbeit und welche Formalia sind zu beachten?

Nachdem Sie die Vorarbeiten abgeschlossen haben, können Sie dazu übergehen, die Rohfassung zu schreiben. Für diesen Arbeitsschritt sollten Sie sich den elementaren Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit vor Augen führen: Die Gliederung beinhaltet Einleitung, Haupt- und Schlussteil. Jeder dieser Textteile hat eine bestimmte Funktion.

Die Einleitung sollte klären

Tipp: Schreiben Sie die Einleitung am besten zum Schluss. So haben Sie den besten Überblick über die gesamte Arbeit und können die Einleitung darauf zugeschnitten formulieren.

Der Hauptteil umfasst

Der Schlussteil beinhaltet

(vgl. Frank / Haacke / Lahm 2007, S. 138 f.)

Wichtig zu bedenken ist, dass die Grobaufteilung des Gesamttextes in drei Teile nicht gleichbedeutend mit einer Aufteilung Ihrer Hausarbeit in drei Kapitel ist! Achten Sie entsprechend darauf, dass Sie Ihren Hauptteil sinnvoll in einzelne Kapitel und Subkapitel untergliedern.

Tipp:Seien Sie bei der Erstellung der Rohfassung nicht zu perfektionistisch. Machen Sie sich klar, dass es sich hierbei um eine erste Version handelt, die Sie als weitere Bearbeitungsgrundlage nutzen können.

Die in Ihrer Arbeit benutzte Fachliteratur in Form von direkten und indirekten Zitaten muss als fremdes Gedankengut klar und deutlich markiert werden! Die Arbeitsstelle Praktikum Pädagogik (APP) stellt hierfür ein Merkblatt für die Zitationskonventionen an der Fakultät für Erziehungswissenschaft zur Verfügung.

Sobald Sie die Rohfassung fertig gestellt haben, ist der Löwenanteil beim Schreiben getan. Nun verbleiben noch die Schlusskorrektur und die Beachtung einiger formaler Standards, um Ihre Hausarbeit anspruchsgerecht abzurunden. In der Überarbeitungsphase sollten Sie im Wesentlichen kritisch den „roten Faden“ überprüfen: Ist der Text verständlich und in sich logisch aufgebaut? Habe ich eine stimmige Gliederung und habe ich stringent meine Ausgangsfrage bearbeitet? Darüber hinaus sollten Sie den Text auf seine sprachliche Angemessenheit überprüfen. Hilfreich ist es, den Text auch einer anderen Person zum Korrekturlesen zu geben.

Tipp: Hinweise zur sprachlichen Angemessenheit finden Sie im Leitfaden Wissenschaftlichkeit.

Um wissenschaftlichen Standards Rechnung zu tragen, ist die Anlage eines Literaturverzeichnisses unumgänglich. Hinweise zur korrekten Erstellung eines Literaturverzeichnisses finden Sie ebenso auf dem Zitiermerkblatt der APP.

Zu guter Letzt benötigt Ihre Arbeit noch ein Deckblatt mit Informationen über Hochschule, Kurs, Dozent, Belegnummer und Angaben zu Ihrer Person. Hierbei ist insbesondere die Angabe des Abgabedatums der Arbeit wichtig. Es kann damit einerseits das Einhalten der Begutachtungsfrist geprüft werden. Andererseits kann die Bearbeitung von Bafög-Angelegenheiten erleichtert werden. Das Datum sollte am Tag der Abgabe von dem Sekretariat oder dem Lehrenden unterschrieben und damit bestätigt werden. 

Tipp: Eine Vorlage zur Erstellung Ihres Deckblatts finden Sie auf den Seiten des Prüfungsamts.

Die Reihenfolge, in der Sie die Arbeit abheften, sieht dann so aus: Auf das Titelblatt folgt das Inhaltsverzeichnis, dann der eigentliche Hausarbeitstext und abschließend das Literaturverzeichnis (vgl. Kruse 2007, S. 114 f.) Weiterhin müssen Sie Ihrer Hausarbeit sowie allen schriftlichen Einzelleistungen eine Eigenständigkeitserklärung mit folgenden Inhalt beilegen:

E i g e n s t ä n d i g k e i t s e r k l ä r u n g
Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst und gelieferte Datensätze, Zeichnungen, Skizzen und graphische Darstellungen selbständig erstellt habe. Ich habe keine anderen Quellen als die angegebenen benutzt und habe die Stellen der Arbeit, die anderen Werken entnommen sind - einschl. verwendeter Tabellen und Abbildungen - in jedem einzelnen Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht.
Bielefeld, den ________________________ (Unterschrift)

Der Lehrende ist berechtigt Ihre Arbeit in elektronischer Form einzufordern, damit ggfs. die Urheberschaft Ihrer Arbeit überprüft werden kann. Diese elektronische Version können Sie anonymisiert einreichen.

Falls Sie die Hausarbeit als Gruppe angefertigt haben, sollte von jeder beteiligten Person eine Eigenständigkeitserklärung für den von ihr bearbeiteten Teil beigefügt werden. Bei einer Gruppenarbeit sollte zudem deutlich werden, wer von Ihnen welchen Teil bearbeitet hat. Dies kann folgendermaßen geschehen:

T e i l u n g s e r k l ä r u n g
Die vorliegende Arbeit wurde von Max Mustermann und Maxima Mustermann im nachfolgend aufgeführten Umfang bearbeitet.
Max Mustermann hat die Seiten … bis …. und …. bis … /die Kapitel …, …, etc.. bearbeitet.
Maxima Mustermann hat die Seiten … bis …. und …. bis …. /die Kapitel …, …, etc.. bearbeitet.
Bielefeld, den ___________________ (Unterschrift)
Bielefeld, den ___________________ (Unterschrift)

Tipp: Geben Sie für eine bessere Übersicht bereits innerhalb der Arbeit den Autor des Kapitels an z.B. 1.1 Einführung (Max Mustermann).

Eigenständigkeits- und Teilungserklärung müssen allen schriftlichen Einzelleistungen (außer Klausuren) beigelegt werden. Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen von Einzelleistungen finden Sie in der „Handreichung für Lehrende und Studierende in den konsekutiven Studiengängen Bachelor und Master an der Fakultät für Erziehungswissenschaft“.

 

4.    Wo finde ich weitere Informationen?

Bohl, Thorsten 2006: Wissenschaftliches Arbeiten im Studium der Pädagogik. Weinheim

Frank, Andrea / Haacke, Stefanie / Lahm, Swantje 2007: Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf. Stuttgart

Fromm, Martin / Paschelke, Sarah 2006: Wissenschaftliches Denken und Arbeiten. Münster

Höge, Holger 2006: Schriftliche Arbeiten in Studium und Beruf. Ein Leitfaden. 3. Auflage. Stuttgart

Karmasin, Matthias / Ribing, Rainer 2009: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 4. Auflage. Wien

Kruse, Otto 2007: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Auflage. Frankfurt

Zitiermerkblatt der APP

Tipp: Auf unseren Webseiten finden Sie weitere Hilfestellungen und unterstützende E-Tools.