Fakultät für ErziehungswissenschaftWissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg
 
 
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Belastungsempfinden von Lehrenden am Oberstufen-Kolleg: Erklärungsansätze anhand strukturtheoretischer Konzepte zu beruflichen Handlungsantinomien und Schulkultur

Projektleitung: Adriane Bettina Kobusch

Forschungsgruppe:  Martin Heinrich
 Monika Palowski

Als Teil des Bildungssystems unterliegen Schulen vielfältigen gemeinsamen bürokratischen Regelungen und doch ist jede Schule eine Handlungseinheit mit eigenen symbolischen und pädagogischen Sinnstrukturen und Gepflogenheiten. Diese jeweils schuleigene kulturelle Konstellation und Sinnordnung konstituiert sich in der täglichen Auseinandersetzung der handelnden Akteure einer Schule mit den pädagogischen Idealen (Imaginäres), den schulinternen Gepflogenheiten des konkreten pädagogischen Handelns (Symbolisches) und den äußeren Vorgaben und Gegebenheiten (Reales). Eine divergente Konstellation, in der Imaginäres, Symbolisches und Reales nicht zusammenpassen, erzeugt Stress.

Das Oberstufen-Kolleg formuliert umfassende pädagogische Ansprüche zu Inklusion und individueller Förderung, die sich auf das ?Reale?, die spezifischen Strukturprobleme seiner heterogenen Schülerschaft, beziehen. Die Erfahrung und auch die Ergebnisse eines internen Schulscreenings im Oberstufen-Kolleg weisen allerdings auf einen vorhandenen Mangel an gemeinsam getragenen pädagogischen Konzepten und auf ein hohes Belastungsempfinden der Lehrenden hin. Das könnte heißen, dass in der Struktur des Oberstufen-Kollegs Spannungen zwischen dem Symbolischen, dem Imaginären und dem Realen bestehen.

Diese Struktur-Konstellation könnte bei engagierten Lehrkräften, die sich einem hohen imaginären Anspruch verpflichtet fühlen und sich den Strukturproblemen der Schulkultur zuwenden, ein wichtiger Aspekt von Deprofessionalisierung, Scheiterns Erfahrungen und langfristiger Überforderung sein.

Um diese These zu untersuchen, werden circa 1,5 ? 2 stündige Gruppendiskussionen mit jeweils vier Vollzeit beschäftigten Lehrenden zu Oberstufen-Kolleg-spezifischen Anforderungen, zur imaginären, symbolischen und realen Schulkultur und zu personalen Bewältigungsstrategien durchgeführt, (teil)transkribiert und mittels rekonstruktiver Analyse ausgewählter Passagen ausgewertet. Ziel sind ein Einblick in das spezifische Verhältnis zwischen Ansprüchen, realen Bedingungen und konkretem pädagogischem Handeln am Oberstufen-Kolleg und die Identifikation von Stressoren, die möglicher Weise in diesem Verhältnis begründet liegen.