Fakultät für ErziehungswissenschaftWissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg
 
 
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Motivation und Volition als Opfer? - Mehrperspektivischer Sportunterricht im Spannungsfeld von Standardisierung und Individualisierung sowie Selbststeuerung

Projektleitung: Christian Arkenau, Christian Schweihofen

Forschungsgruppe:  Christian Arkenau
Tim Mergelkuhl
Christian Schweihofen

Mit der Einführung der Kernlehrpläne erfolgt formal eine Betonung standardisierter Kompetenzorientierung. Auch wenn entgegen der sachlichen Notwendigkeit derzeit kaum fachspezifische Kompetenzmodelle existieren bzw. zugrunde gelegt werden, verpflichtet man die Schülerinnen und Schüler auf die verbindlichen Kompetenzerwartungen. Zweifelhaft bleibt erstens, inwieweit es sich dabei tatsächlich um Kompetenzen nach der zugrunde gelegten Definition von Weinert handelt und zweitens, inwieweit ein Unterricht im Sinne modellhafter Vorstellungen (z.B. Lersch 2007, Studienseminar Koblenz 2011) genügend Zeit zur Vertiefung und Anwendung des Gelernten bietet, wenn die Fülle der inhaltlichen Vorgaben eher einen oberflächlichen Lehrgang erzwingt. Dies gilt insbesondere für den Leistungskurs Sport, der aktuell nur in der Präambel durch eine besondere methodische Durchdringung und Vertiefung einen qualitativen Unterschied zum Grundkurs erfährt, faktisch aber lediglich durch den Umfang der ?abzuarbeitenden? Kompetenzerwartungen charakterisiert wird.

Der für unser neu beantragtes Projekt relevante Aspekt ist die Differenz zwischen der häufig zitierten Weinert?schen Definition von Kompetenz (vgl. dazu kritisch Gruschka 2013) und deren faktischer Auslegung in den Kernlehrplänen. Motivationale und volitionale Fähigkeiten werden zur Lösung von komplexen Aufgaben bzw. Problemen benötigt, insbesondere wenn dies im Leben außerhalb der Schule ohne Notendruck dann tatsächlich relevant wird. In den Kompetenzmodellen, den Kernlehrplänen und den für so bedeutsam erachteten Aufgabenformaten, spielen sie als Zieldimensionen aber ebenso wenig eine Rolle wie bei den Hinweisen zur Unterrichtsgestaltung.

In diesem FEP streben wir an, auf der Basis früherer Arbeiten ein fachspezifisches, didaktisch orientierendes Kompetenzmodell im Sportunterricht weiter zu entwickeln. Dieses soll die motivationalen und volitionalen Aspekte erkennbarer integrieren, so dass der Unterricht tatsächlich zum Handeln anregt und nicht nur erwartetes Verhalten fordert. In der Praxis wollen wir in den Unterrichtsvorhaben kontinuierlich unterschiedliche methodische und didaktische Alternativen entwickeln, erproben und evaluieren, die es den Kollegiaten ermöglichen, unterschiedliche Motive und Vorstellungen zu den jeweils behandelten Inhalten in Beziehung zu setzen und diese für sich zu reflektieren. Dieser Ansatz soll in die fachdidaktische und schulfachpolitische Diskussion eingebracht werden.

Für weitere Informationen zum Projektdesign, zum Verlauf des Projekts sowie gegebenenfalls bereits existierenden Befunden kontaktieren Sie bitte die Projektleitung.