Fakultät für ErziehungswissenschaftWissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Bielefeld University > Oberstufen-Kolleg - Startseite > Wissenschaftliche Einrichtung > Projekte
  

Sicherung sprachlicher Kompetenzen

Projektleiter:              Hans-Herrmann Schwarz

AntragstellerInnen: Birgit Guschker, Stefan Keymer, Sonja Kirmes, Hans Kroeger, Hans-Hermann Schwarz, Annett Taßler, Karin Volkwein, Marion Wittler, Carmen Sterzik

 

Status des Projekts

Das Projekt steht in der Kontinuität des Vorläuferprojektes (seit 2002) Basiskompetenzen im Deutschen zu Beginn der Sekundarstufe II und setzt dessen Arbeit in einem Teilbereich des Konzeptes Basis Deutsch vertiefend fort, indem es die Sicherung der Nachhaltigkeit der in der Eingangsphase erworbenen sprachlichen Kompetenzen in der Qualifikationsphase in das Zentrum der Arbeit stellt. Das Projekt ist vorrangig ein Entwicklungsprojekt, beinhaltet aber auch die Aspekte Forschung und Transfer.

 

Zusammenfassung

Seit Beginn des NeOS ist am Oberstufen-Kolleg für die Eingangsphase ein Konzept von Basis- und Brückenkursen Deutsch entwickelt worden, das zum Ziel hat, die im Unterricht aller Fächer erforderlichen sprachlichen Kompetenzen der Kollegiat/innen im Deutschen zu fördern und auf sprachlichen Defiziten beruhende Leistungsheterogenität abzubauen (vgl. Volkwein 2010). Mittels einer Längsschnitterhebung (drei Messzeitpunkte) über zwei Jahrgänge wurde in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) unter Nutzung der Instrumente der Hamburger Lernausgangslagenuntersuchung (LAU) die Lernentwicklung während der Eingangsphase sowie die Nachhaltigkeit der Lernzuwächse evaluiert. Damit verknüpft war das Ziel, die Ergebnisse für die Ausbildungsbiografie der Kollegiat/innen nutzbringend zu verwenden. Daher wurden die Ergebnisse der Lernerhebungen individuell zurückgemeldet (vgl. Glässing, Klewin & Sterzik 2008).

In diesem Projekt geht es neben der Weiterentwicklung der Basiskurse Deutsch in der Eingangsphase, welche schwerpunktmäßig durch die Arbeit der Fachkonferenz Deutsch vorangetrieben wird,um die Sicherung der Nachhaltigkeit und des Transfers der sprachlichen Kompetenzen in der Qualifikationsphase. Dabei soll untersucht werden, inwieweit die in der Eingangsphase in den Basiskursen Deutsch erworbenen Kompetenzen in Kursen der Qualifikationsphase (Studienfächern und/oder Grundkurse) angewendet und weiterentwickelt oder aber nicht aufgegriffen werden. Nach den bisherigen Erfahrungen und empirischen Ergebnissen ist davon auszugehen, dass Nachhaltigkeit und Lernzuwächse im Bereich der Lese- und Schreibkompetenz sich über die Eingangsphase hinaus nicht bzw. nicht ausreichend von selbst einstellen, sondern durch besondere Maßnahmen unterstützt werden müssen (siehe auch LAU–Ergebnisse 2006 und 2007; Neumann und Wittler/Sterzik). Es geht also darum, ein Konzept und Materialien für solche Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben sowie zu evaluieren.

Dazu soll eine in regelmäßigen Abständen stattfindende Leistungsdiagnostik der Evaluation von Lernzuwächsen und deren Nachhaltigkeit dienen. Darüber hinaus sollen diese Daten auch genutzt werden, um eine Rückmeldekultur im Sinne einer Lernbiographie am Oberstufen-Kolleg zu etablieren. Hier sollen die Ergebnisse der Individualdiagnostik und des Large-Scale-Assesments (KESS) verknüpft werden mit Ergebnissen aus den förderdiagnostischen Gesprächen, Schülerbeobachtungen durch die Lehrenden im Unterricht, Selbsteinschätzungen der Kollegiat/innen und Portfolios.

Um individuelle Lernausgangslagen differenziert in den Blick nehmen zu können, sind diagnostische Instrumente notwendig. Daher soll im Zuge der Evaluationsprozesse das hausinterne Instrument Eingangsdiagnose Deutsch auf Validität geprüft werden. Hierzu werden Vergleichserhebungen mit bereits in Verwendung befindlichen Instrumenten zur individuellen Diagnostik angestrebt, sowie die Nutzung von Daten aus der am Oberstufen-Kolleg geplanten KESS-Erhebung (Studie zu Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern). Möglicherweise können hierfür auch die Daten aus der LAU-Erhebung einer Re-Analyse unterzogen werden.

In diesem Zusammenhang ist ebenfalls die Fortsetzung der Evaluation der Brückenkurse durch den Einsatz der Eingangsdiagnose Deutsch als Abschlussklausur geplant. Da es sich bei den Brückenkursteilnehmer/innen um Kollegiat/innen handelt, die im Bereich der Basiskompetenzen Deutsch vergleichsweise schwache Ergebnisse erzielen, ist es denkbar, dass die Eingangsdiagnose Deutsch für dieses spezielle Klientel aufgrund der besonders guten Differenzierungsfähigkeit im unteren Leistungsbereich besser geeignet ist, als dies mittels der insgesamt schwerer zur bewältigenden Abschlussklausur der Fall ist.

Da es an dieser Stelle um die Vermittlung von Basiskompetenzen geht, welche als Grundanforderungen für schulische Bildungsmaßnahmen verstanden werden (und damit gleichsam als Basis für die übrigen Schlüsselkompetenzen gelten), ist das Konzept tatsächlich darauf angelegt, insbesondere die schwächeren Kollegiat/innen auf ein Mindestanforderungsniveau zu bringen und damit Leistungsheterogenität abzubauen. Eine Ausdifferenzierung i.S. eines für jeden Kollegiaten/jede Kollegiatin maximal möglichen Lernforschritts kann in Bezug auf die Basiskompetenzen nicht angestrebt werden (bspw. kann der Bereich Orthographiebei Kollegiat/innen, die diesen sicher beherrschen, kaum weiter gefördert werden).

Als Fortsetzung der LAU-Erhebungen am Oberstufen-Kolleg wird in Kooperation mit dem LI in Hamburg die Vollerhebung des Aufnahmejahrgangs 2010 mit den (für den Bereich Basiskompetenzen Deutsch relevanten) Instrumenten der Anschlussstudie KESS angestrebt. Mittels dieser Instrumente können neben den Bereichen Leseverstehen & Orthographie auch die kognitiven Grundfähigkeiten sowie Aspekte zur Lernmotivation erfasst werden.

 

Publikationen

Caemmerer, C. (2005): Eine Überprüfung der Wirksamkeit der Basiskurse Deutsch am Oberstufen-Kolleg. In: Glässing, G./Henkel,C. (Hg.): Schulinterne Evaluation. Konzepte und Beispiele. Bielefeld: Ambos

Glässing, G./Schwarz, H./Volkwein, K (Hrsg): Basiskompetenz Deutsch.Konzepte und Anregungen für Unterricht und Schulentwicklung der Gymnasialen Oberstufe. Weinheim/Basel: Beltz Verlag.

Hackenbroch-Krafft, I./Volkwein, K. (2007): Sprachliche Förderung als Aufgabe der Sekundarstufe II. Das Konzept am Oberstufen-Kolleg. In: Boller, S./Rosowsky, E./Stroot, T. (Hg.): Heterogenität in Schule und Unterricht. Handlungsansätze zum pädagogischen Umgang mit Vielfalt. Weinheim/Basel: Beltz Verlag, S. 128-139.

Hackenbroch-Krafft, I./Keymer, S. (2009): Sieben Thesen zur Entwicklung der Sprachkompetenz für die Oberstufe. In: Keuffer, J./Kublitz-Kramer (Hg.) (2008): Was braucht die Oberstufe? Diagnose, Förderung und selbstständiges Lernen. Weinheim/Basel: Beltz Verlag, S. 182-193.

Klewin, G./Wittler, M (2009): Nutzung von Daten aus Leistungsvergleichsstudien am Oberstufen-Kolleg Bielefeld. Vortrag auf der 11. Tagung des EMSE (Empirische Schulentwicklungsforschung)- Netzwerkes: Von Daten zu Taten, Bremen.

Neumann, A. (in Vorb.): Lernfortschritte in komplexen Arrangements. Schreibkompetenzen messen. In: Glässing, G./Schwarz, H./Volkwein, K (Hrsg): Basiskompetenz Deutsch. Konzepte und Anregungen für Unterricht und Schulentwicklung der Gymnasialen Oberstufe. Weinheim/Basel: Beltz-Verlag.

Sterzik,C. (2010). Lernausgangslage & Lernentwicklung – Untersuchung zur speziellen Förderung basaler kompetenzen im Deutschen am Oberstufen-Kolleg. In: Glässing, G./Schwarz, H./Volkwein, K (Hrsg): Basiskompetenz Deutsch. Konzepte und Anregungen für Unterricht und Schulentwicklung der Gymnasialen Oberstufe. Weinheim/Basel: Beltz Verlag.

Volkwein, K. (im Druck). Basiskompetenz Deutsch – Sprachförderung als Aufgabe der Sekundarstufe II am Beispiel des Oberstufen-Kollegs Bielefeld, Zeitschrift Pädagogik.

Wittler, M./Sterzik, C. (in Vorb.). Lernausgangslagen – Untersuchung zur Entwicklung der Basiskompetenz Deutsch im Längsschnitt. In: Glässing, G./Schwarz, H./Volkwein, K (Hrsg): Basiskompetenz Deutsch. Konzepte und Anregungen für Unterricht und Schulentwicklung der Gymnasialen Oberstufe. Weinheim/Basel: Beltz-Verlag.

Wittler, M. /Klewin, G. (2010). Schülerrückmeldungen der LAU- Untersuchung am Oberstufen-Kolleg. Vortrag auf dem DgfE-Kongress ?Bildung in der Demokratie? 2010, Mainz.

Wittler, M./Klewin, G./Sterzik,C. (in Vorb.). Individuelle Rückmeldung – was sollte zurück gemeldet werden und wozu? Online-Zeitschrift ?Schulpädagogik heute?, Immenhausen: Prolog-Verlag.