Fakultät für ErziehungswissenschaftWissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg
 
 
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Bielefeld University > Oberstufen-Kolleg - Startseite > Wissenschaftliche Einrichtung > Veranstaltungen im Oberstufen-Kolleg > Demokratiepädagogik-Tagung 2014
  

Tagungsthemen und -inhalte

Demokratische Schulentwicklung beabsichtigt, Kindern und Jugendlichen bei sie betreffenden Entscheidungen im Schulleben wie im Unterricht eine ernsthafte Mitbestimmung einzuräumen, um sie in ihrer Persönlichkeit und ihrem zivilgesellschaftlichen Handeln Im Sinne eines Empowerments zu stärken. Durch solche Erfahrungen im demokratischen Diskurs und der Selbstwirksamkeit in sozialen und gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen soll bei den Heranwachsenden die Entwicklung einer kritischen demokratischen Identität gefördert werden. Demokratische Schulentwicklung erkennt die Gestaltungswünsche sowie die hohe Bereitschaft junger Menschen an, sich sozial und gesellschaftlich zu engagieren. Ihr Ziel ist es deshalb, für jüngere Generationen "entgegenkommende Verhältnisse" (Habermas) zu verwirklichen, die ihren Gestaltungs- sowie Teilhabebedürfnissen entsprechen und diese gleichermaßen fördern.

Wie ist eine entwicklungsangemessene Praxis der Partizipation, der gewaltfreien Konfliktregelung und der (gesellschaftlichen) Verantwortungsübernahme in der Institution Schule möglich - auch vor dem Hintergrund aktueller Ergebnisse der Schulforschung, die nichtintendierte Nebenfolgen demokratiepädagogischer Schulentwicklung aufzeigen? Eine demokratiepädagogische Ethik thematisiert die in den Rechten von Kindern und Jugendlichen angelegte Dialektik von Freiheit und Verantwortung, von Schutz und Partizipation. Sie plädiert für Vertrauen in die jüngere Generation und erkennt die Bedürfnisse Heranwachsender sowie selbstgestaltete Strategien an, sich kritisch mit dem Erbe der Erwachsenengeneration auseinanderzusetzen.

Ausgangspunkt der Tagung ist, dass sich insbesondere demokratische Schulen grundsätzlicher pädagogisch-professioneller Spannungsfelder bewusst sein müssen. Ihr Ziel ist die professionelle Verständigung darüber, wie demokratische Erziehung innerhalb der Dialektik von Freiheit und Verantwortung zeitgemäß gestaltet werden kann. Dies bedeutet auch, sich der Ziele demokratiepädagogischen Handelns - zwischen Systemintegration und Emanzipation - zu vergewissern sowie grundsätzlich zu fragen, an welcher demokratietheoretischen Perspektive sich Schulentwicklung normativ orientieren soll. Neben zwei Vorträgen, die Impulse aus demokratietheoretischer und bildungspolitischer Perspektive geben, sieht das Tagungsprogramm Arbeitsgruppen vor, in denen jeweils zen­trale Spannungsfelder professionellen Handelns von Demokratiepädagog/inn/en bearbeitet werden. Die einzelnen Arbeitsgruppen haben folgenden thematischen Zuschnitt:

Innerhalb der Arbeitsgruppen soll ein deutlicher Bezug zwischen Theorie und Praxis hergestellt werden, z.B. indem wissenschaftliche Thesen anhand der Rekonstruktion eines konkreten Falls aus der Praxis entwickelt, Ergebnisse aus empirischen Studien aus der Praxisperspektive heraus kommentiert oder Praxisforschungsergebnisse im Lichte demokratiepädagogischer Theoriebezüge diskutiert werden. Innerhalb der Arbeitsgruppen werden pro Zeitfenster von 2 ½ Stunden jeweils vier wissenschaftliche oder praktische Projekte vorgestellt und diskutiert.

Schüler_innen-Foren

Parallel zu den Arbeitsgruppen sieht das Tagungsprogramm auch Schüler_innen-Foren vor. In den Foren haben Schülerinnen und Schüler zunächst die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen in und Ansprüche an Lernen in einer demokratischen Schule und in einer demokratischen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Zum anderen können sie bereits am ersten Tag, im Gespräch mit Mitgliedern der DeGeDe, danach am zweiten Tag, im Rahmen einer abschließenden Podiumsveranstaltung - mit Vertreter/innen aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Schule - ihre Positionen, Perspektiven und Forderungen vortrag

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