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Forum Offene Wissenschaft im Sommersemester 2017 unter dem Leitthema

Europa im Umbruch

Alle Veranstaltungen finden von 18:15-19:45 in Hörsaal 4 der Universität Bielefeld statt.
Die Europäische Union scheint im Kern gefährdet. Verträge, die konstitutiv für die EU sind, werden gebrochen. Mitgliedstaaten wie Ungarn und Polen gleiten in die Autokratie ab. Gemeinsame Pflichten wie die solidarische Aufnahme von Flüchtlingen werden nicht eingehalten. Der Integrationsprozess ist zum Stillstand gekommen. Mit dem „Brexit“ steht sogar der erste Austritt aus der Union bevor; weitere könnten folgen. Enttäuschte Erwartungen an das gemeinsame Haus „Europa“ schlagen um in Rückwendungen zum Nationalismus. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen durch Probleme wie Eurokrise, Terrorismus, Klimawandel, Massenflucht und auch Krieg, die nur noch gemeinsam gelöst werden können. Seit der letzten Veranstaltungsreihe des Forums zum Thema Europa im Wintersemester 2012/13 scheint also die Krise eher noch größer, die Zukunft noch düsterer geworden zu sein Grund genug, sich den existentiellen Fragen um das „Projekt Europa“ erneut zu stellen.


Welche Kräfte sind es, die Europa auseinander treiben? Unterschiedliche Mentalitäten, wirtschaftliche Interessen, nationalistische Tendenzen? Welche historischen Gemeinsamkeiten, Ziele und Überzeugungen halten es zusammen? Wie steht es in dieser Hinsicht um das kulturelle Gedächtnis Europas oder um europäische Identitätskonzepte, die etwa im Verhältnis zu Russland oder zur Türkei geltend gemacht werden? Welches Europabild wird der Jugend in den Schulen vermittelt und wie wird Europa von außen wahrgenommen? Gibt es zentrale Werte oder Aufgaben, für die sich Europa besonders engagieren könnte und sollte, wie z.B. den Schutz der Natur oder die Solidarität für soziale Gerechtigkeit?
Und schließlich: Wie stellen wir uns die zukünftige politische Gestalt Europas vor: eher als einen Verbund von Nationalstaaten oder als eine europäische Republik?

Zur Behandlung dieser Themen hat das Forum Offene Wissenschaft auch für diese Reihe wieder ausgewiesene Experten aus der Bielefelder Universität und von auswärts gewinnen können. Die fächerübergreifende Arbeitsgruppe, die das Forum organisiert, führt damit, wie jetzt schon seit über 20 Jahren, die Zielsetzung fort, ein wissenschaftlich, politisch und kulturell gleichermaßen wichtiges Thema aus der Sicht verschiedener Disziplinen zu beleuchten und damit ein die Fächer und Sparten übergreifendes Nachdenken und Gespräch anzuregen.


Das FOW wendet sich sowohl an Studierende aus allen Fächern und Semestern als auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Umgebung. Der Eintritt ist frei.
Montags 18-20h, Hörsaal 4, Eröffnungsveranstaltung am 24. April 2017.


Mit Förderung der Universitätsgesellschaft Bielefeld, Freunde und Förderer der Universität Bielefeld e.V. und in Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle Wissenschaftliche Weiterbildung


24.04.2017

EU am Abgrund? Analyse und Wege aus der Not
Prof. Dr. Werner Abelshauser, Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Universität Bielefeld

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


08.05.2017

Europa im Umbruch – Was hält uns (noch) zusammen?
Prof. Dr. Gesine Schwan, ehem. Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Politikwissenschaft, Berlin

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


15.05.2017

Europäisches kulturelles Gedächtnis: Irrwege und Potenziale
Prof. Dr. Bodo von Borries, Didaktik der Geschichte, Universität Hamburg

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung

 


22.05.2017

Gehört Russland zu Europa?
Prof. Dr. Jürgen Feldhoff, Soziologie, Universität Bielefeld

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung

 


29.05.2017

Europäisches Geschichtsbewusstsein im Spiegel der Schulbücher
Dr. Falk Pingel, Georg-Eckert-Institut, Braunschweig

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


12.06.2017

Kollektive europäische Identitätskonzepte am Beispiel der Auseinandersetzungen mit der Türkei
Günter Seufert, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

!!Stattdessen Dr. Yaşar Aydin vom Hamburger Institut für Sozialforschung!!

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung

 


19.06.2017

Außereuropäische Perspektiven auf ein Europa in der Krise
Prof. Dr. Andreas Vasilache, Soziologie, Universität Bielefeld

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


26.06.2017

Umwelt und Natur in Europa: Wertschätzungen und Recht
Prof. Dr. Roland Sossinka, Biologie, Universität Bielefeld

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


03.07.2017

Solidarität und Internationalismus: Die Arbeiterbewegung als Beispiel
Prof. Dr. Klaus Dörre, Soziologie, Universität Jena

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


10.07.2017

Europa als eine Einheit von Nationalstaaten oder als Bundesstaat?
Prof. Dr. Hand-Jürgen Papier, Rechtswissenschaft, Universität München

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


17.07.2017

Eine europäische Republik?
Univ.-Prof. Dr. Ulrike Guerot, Europapolitik und Demokratieforschung, Donau-Universität Krems

Flyer zu: Deregulierung von Finanzmärkten und Entstehung von Finanzkrisen


24.07.2017

Europa – auf der Suche nach einer Zukunftsstrategie
Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld, Direktor des Zentrums für angewandte Politikforschung der Universität München

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


 

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