Universität Bielefeld

© Universität Bielefeld

Forum Offene Wissenschaft im Wintersemesters 2016/2017 unter dem Leitthema

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz

alle Veranstaltungen finden von 18:15-19:45 in Hörsaal 4 der Universität Bielefeld statt (Ausnahme ist der 06.02.17. An diesem Tag in H7)

Leben wir im Zeitalter des Neoliberalismus? Unstrittig ist, dass die Denkrichtung der neoliberalen Ökonomie seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den Wirtschaftswissenschaften immer mehr Anhänger fand. Ihr Credo lautet: Im Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Inflation und mangelnde Produktivität ist nicht etwa staatliche Intervention erforderlich, sondern allein die Sicherung der freien Konkurrenz der Unternehmer. Unstrittig ist ferner, dass im Gefolge der neoliberalen Ökonomie ein neoliberaler Politikwandel stattfand: Konservative, aber auch sozialdemokratische Regierungen (Thatcher, Reagan, Blair, Schröder) und internationale Institutionen (Internationaler Währungsfond, Weltbank) setzten zur Krisenbewältigung auf marktradikale Strategien, insbesondere die Privatisierung öffentlicher Betriebe, die Deregulierung und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die Liberalisierung des Außenhandels, die Durchsetzung des Wettbewerbsprinzips überall. Jeder ist in seinem Bereich davon betroffen.

Es spricht aber auch viel dafür, dass wir inzwischen in einer Zeit leben, die nicht durch
den Neoliberalismus allein, sondern wieder stärker durch den Konflikt zwischen Neoliberalismus und sozialstaatlicher Intervention geprägt ist. Immer vielstimmiger ist in der Öffentlichkeit eine anti-neoliberale Gesellschaftskritik zu hören, die, zuerst von einzelnen Intellektuellen vorgetragen, inzwischen auch von sozialen Verbänden, politischen Gruppierungen und den Kirchen unterstützt wird. Deren Gegen-Credo lautet: Neoliberales Denken und (eine häufig unbewusst wirksame) neoliberale Mentalität sind Schuld an aktuellen Missständen, insbesondere an Verantwortungslosigkeit auf den Kapitalmärkten, der wachsenden wirtschaftlichen Ungleichheit, an dauerhafter beruflicher Unsicherheit, gesellschaftlicher Individualisierung und der Ökonomisierung von Wissenschaft und Bildung, Gesundheitswesen und Sozialpolitik, Kultur und Alltag. Auffällig ist, dass Institutionen, die bisher unbeirrt eine neoliberale Politik betrieben, wie der Internationale Währungsfonds, gegenwärtig im Begriff sind, ihre radikal-neoliberalen Maßstäbe und Maßnahmen einer Revision zu unterziehen.

Neoliberalismus erweist sich so nicht nur als bloßes Schlagwort, sondern als ein Schlüsselbegriff, um aktuelle und globale wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Trends und Konflikte zu verstehen. Aus diesem Grunde hat der Vorbereitungskreis in der bewährten Form 15 Expertinnen und Experten (aus den Fächern Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, aber auch Recht, Medien und Bildung) ins Forum eingeladen, damit sie unter ausgewählten Fragestellungen ihre Sicht auf den Neoliberalismus – seine Vordenker, Konzepte, Ursachen und Folgen sowie Kritiker – vortragen und zur Diskussion stellen.


17.10.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Politikwissenschaft, Universität Köln
Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung

Flyer zu: Neoliberalismus und die drei großen Erzählungen unserer Zeit: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung


24.10.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
PD Dr. Ralf Ptak, Sozialwissenschaften, Universität Köln
Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft und zurück: Zur Genese des deutschen Neoliberalismus

Flyer zu: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft und zurück: Zur Genese des deutschen Neoliberalismus


31.10.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Martina Steber, Geschichte, Universität Konstanz
Neoliberlismus? Der Thatcherismus und das Vertrauen in die Kraft des Marktes

Flyer zu: Neoliberalismus? Der Thatcherismus und das Vertrauen in die Kraft des Marktes


07.11.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftswissenschaft, Westfälische Hochschule Recklinghausen
Agenda 2010: Die deutsche Variante des Neoliberalismus

Flyer zu: Agenda 2010: Die deutsche Variante des Neoliberalismus


14.11.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Ralf Krämer, ver.di Bereich Wirtschaftspolitik, Berlin
EU und Euro: Autoritärer Neoliberalismus?

Flyer zu: EU und Euro: Autoritärer Neoliberalismus?


21.11.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Dr. Patrick Schreiner, Politikwissenschaftler und Publizist, Bielefeld
Neoliberalismus in unserem Alltagsleben: Unterwerfung als Freiheit?

Flyer zu: Neoliberalismus in userem Alltagsleben: Unterwerfung als Freiheit?


28.11.2016                                                                                               

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Fabian Kessl, Erziehungs- und Politikwissenschaft, Universität Duisburg-Essen
Sozialpolitik und Soziale Arbeit. Zur Transformation des Sozialen

Flyer zu: Sozialpolitik und Soziale Arbeit. Zur Transformation des Sozialen


05.12.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Dr. Thomas Gerlinger, Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld
Gesundheitspolitik zwischen Deregulierung und Re-Regulierung

Flyer zu: Gesundheitspolitik zwischen Deregulierung und Re-Regulierung


12.12.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Martin Stock, Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld
Rundfunk (Fernsehen, Hörfunk, Telemedien) als öffentliches und privates Gut. Das deutsche "duale Rundfunksystem" - woher und wohin?

Flyer zu: Rundfunk (Fernsehen, Hörfunk, Telemedien) als öffentliches und privates Gut. Das deutsche "duale Rundfunksystem" - woher und wohin?


19.12.2016

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Reinhold Hedtke, Soziologie, Universität Bielefeld
Die Ökonomisierung der Schule und Herstellung des homo oeconomicus

Flyer zu: Die Ökonomisierung der Schule und die Herstellung des homo oeconomicus


09.01.2017

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Dr. Barbara Kuchler, Soziologie, Universität Bielefeld 
Deregulierung von Finanzmärkten und Entstehung von Finanzkrisen

Flyer zu: Deregulierung von Finanzmärkten und Entstehung von Finanzkrisen


16.01.2017

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Richard Münch, Soziologie, Universität Bamberg
Die Universität im akademischen Kapitalismus

Flyer zu: Die Universität im akademischen Kapitalismus


23.01.2017

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Detlef Sack, Soziologie, Universität Bielefeld
Privatisierung: Begriff und Formen im internationalen Vergleich und mit deutschen Beispielen

Flyer zu: Privatisierung: Begriff und Formen im internationalen Vergleich und mit deutschen Beispielen


30.01.2017

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Prof. Dr. Oliver Flügel-Martinsen, Soziologie, Universität Bielefeld
Gefährdet der Neoliberalismus unsere Demokratie?

Flyer zu: Gefährdet der Neoliberalismus unsere Demokratie?


06.02.2017

Neoliberalismus: Wirtschaft, Staat und Gesellschaft im Kräftefeld entfesselter Konkurrenz
Friedel Huetz-Adams, Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene, Bonn
Neoliberalismus und Menschenrechte - ein grundlegender Gegensatz?

Flyer zu: Neoliberalismus und Menschenrechte - ein grundlegender Gegensatz?


 

**Änderungen vorbehalten**